Funktion einer Selbsthilfegruppe

Eine Selbsthilfegruppe ist eine Gemeinschaft von Menschen, die ein gemeinsames bzw. ähnliches Problem oder Anliegen haben und sich zu dessen Bearbeitung und Bewältigung regelmäßig treffen.

 

Ziel der Gruppentreffen ist es, die eigene Lebenssituation durch den Erfahrungsaustausch mit anderen besser bewältigen zu lernen und sie positiv zu verändern.

 

Die Selbsthilfegruppe ist keine Verkaufsveranstaltung, keine Plattform für kommerzielle Diätmittel oder Anbieter. Sie wird nicht von Fachleuten angeboten sondern ausschließlich von Betroffenen ehrenamtlich geleitet. Sie ist kein Ersatz für eine therapeutische Behandlung durch Fachleute sondern ist eine notwendige und sinnvolle Ergänzung.

Arzt-, krankenhaus- und krankenkassenunabhängig. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist kostenlos.

Fettleibigkeit (Adipositas) ist eine chronische Erkrankung. Sie wurde bereits 1997 von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als solche anerkannt.

 

Eine erfolgreiche, dauerhafte Abnahme ist für Patienten, die an Adipositas leiden, keine Frage mehr von "mangelnder Disziplin". Durch etliche Diäten und den darauf folgenden Jojo-Effekt schädigen adipöse Menschen ihren Stoffwechsel zunehmend und legen immer mehr an Gewicht zu. Durch diesen Rückschlag lässt der nächste Diätversuch nicht lange auf sich warten und der Stoffwechsel wird erneut durcheinandergebracht. Dies führt zu einem Kreislauf, aus dem es unmöglich erscheint, aus eigener Kraft wieder hinaus zu finden.

 

Neben einer medizinischen Betreuung ist der Erfahrungsaustausch in einer Selbsthilfegruppe von besonderer Wichtigkeit. Hier wird das Selbstwertgefühl gestärkt, hier wird über Frustationsphasen hinweg Unterstützung gewährt.

 

Regeln für Gruppengespräche:

1. Reden und zuhören:

Es kann in einer Gruppe nur einer/eine sprechen.

 

2. Von sich selbst sprechen.

Nicht von "man" oder "wir" sprechen, sondern von "ich".

 

3. Stehenlassen.

Erfahrungen und Gefühle stehen lassen. Empfindungen sind sehr unterschiedlich, diese nicht diskutieren oder durch (gute) Ratschläge ersticken.

 

4. Selbstverantwortung:

Jede und jeder in der Gruppe ist dafür verantwortlich, was sie/er in der Gruppe tut und sagt. Achtung und Respekt vor sich selbst und vor den anderen sind Grundwerte jeden Gruppengesprächs.

 

5. Gegenseitige Wertschätzung:

Das bedeutet einander akzeptieren und würdigen mit den individuellen Stärken und Schwächen. Die Begegnung in der Gruppe gelingt mit einer freundlichen Haltung sich selbst und den anderen gegenüber besser.

 

6. Vertraulichkeit:

Jeder und Jede muss die Gewissheit haben und den Anderen zusichern, dass alles, was in der Gruppe besprochen wird, ebenso wer in der Gruppe teilnimmt, nicht nach außen getragen wird.

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© Anja Stöckler